30 JAHRE SCHLOSS LIND / das andere heimatmuseum

1996 wurde das andere Heimatmuseum vom bildenden Künstler Aramis gegründet, als der entdeckte, dass im Schloss lind von 1942 -45 ein nebenlager des kz mauthausens existiert hatte. angeregt durch den besuch eines ehemaligen kz-häftlings beschloss er, die herkömmlichen heimatmuseumsvorstellungen durch eine erweiterung des heimatbegriffs auch geschichtlich und politisch anders zu verankern. dafür entwicklete er die idee von „assoziativen installationen“, die die besucher*innen nicht nur intellektuell, sondern mithilfe künstlerischer interventionen auf neue weise involvieren sollte. mit hilfe befreundeter künstler*innen, wissenschaftler*innen und philosoph*innen verwandelter er das schloss in einen großen begehbaren roman, der seine künstlerische handschrift trug.

nach seinem tod 2010 übernahmen britta sievers und der autor, regisseur und kurator andreas staudinger das museum und bauten es behutsam um. seither arbeiten zahlrreiche künstler*innen und wissenschaftler*innen an diesem gesamtkunstwerk mit und erweitern es durch neue ästhetiken und gesellschaftspolitische ansätze hin zu einem partizipativen kulturzentrum. seit 2020 wird auch der 3 hektar große schlosspark mit seinen 14 parkgalerien in dieses gesamtkunstwerk integriert und bietet ein ökologisches experimentierfeld für neue landschaftstheorien, die vor allem unter einem künstlerischen aspekt untersucht werden.